Balkantour 2015 – Tag 1 und 2 – Löbau Krakau – 29. und 30.8.

Die ersten beiden Tage meines Selbstversuchs sind geschafft: Allein mit dem Motorrad auf Europas gefährlichen Straßen. Ich lebe noch! Mit einem „Toi Toi Toi“ klopfe ich mir 3 mal vorsichtig an den Kopf und habe wieder das Grinsen im Gesicht, welches mich gerade besonders häufig heimsucht:-)

Wie immer versuche ich, mich kurz zu fassen. Was mir wie immer bestimmt nicht immer gelingen wird. Genug der warnenden Vorrede…

Nun sitze ich hier am Montag früh um 4.45 Uhr neben der Rezeption des Campingplatzes „Smok“ in Krakau und will mich kurz fassen;-)

Die Kurzfassung: Samstag – Fahrt nach Löbau, Sonntag -Weiterfahrt nach Krakau

In Löbau haben liebe Freunde auf mich gewartet und für Leib und Wohl gesorgt. Danke Euch Beiden von ganzem Herzen, Margot und Rainer. Wer hätte gedacht, dass man mit seinem ehemaligen Russischlehrer über so lange Zeit – über 30 Jahre – befreundet sein kann …;-)

P1000538 Rainer und MargotP1000540 Liebe Grüße von hier aus auch an Susi’s Familie (Rainer’s und Margot’s Tochter). Sandro’s Bikerherz blutet vermutlich gerade, aber da muss man durch. Die Prioritäten sind gesetzt und die Zeit arbeitet für Dich, Sandro;-)

Da ich 3 Jahre meiner „Schulzeit“ (1980 bis 1983) in Löbau verbrachte, stand natürlich ein Besuch meiner damaligen Bildungseinrichtung auf demProgramm.

P1000534 Unterkunftsblock der ehemaligen OffiziersHOCHschule der Landstreitkräfte – hier habe ich damals“gewohnt“

Bevor der Verdacht aufkommt, ich wolle hiermit meine Vergangenheit bewältigen, beende ich schnell den Exkurs in selbige.

Am Sonntag war Kilometerfressen angesagt. Schließlich wollte ich Krakau noch am Nachmittag erreichen und Zeit für eine kurze Stadtbesichtigung haben. Hauptsächlich auf Autobahnen spulte ich die 450 km nach Krakau ab.

P1000543 Abschied von Löbau

P1000544 Die Brücke in Görlitz über die ehemalige Oder-Neiße-Friedensgrenze. Ich rufe mir die mittlerweile offenen Grenzen ins Bewusstsein – wir haben mit vielen Dingen schon ziemliches Glück…

Abgesehen davon, dass mir das Alleinreisen bisher viel Freude bereitet – das regelmäßig erscheinende Grinsen im Gesicht erwähnte ich schon – gönne ich mir natürlich auch Dinge, die mir sonst wegen des Vetorechts meiner Reisepartner verwehrt bleiben:

P1000545 Irgendwo an der polnischen Autobahn war es endlich soweit

Den Besuch des KZ Auschwitz Birkenau verschiebe ich vor allem wegen der Hitze. Mittlerweile (gegen 14.30 h) zeigte das Thermometer 35 Grad im Schatten. Immerhin habe ich das Areal umfahren und hatte beim kurzen Anblick der „Verwaltungsgebäude“ hinter der stacheldrahtbewehrten Mauer einen Kloß im Hals. Ich versuche erst gar nicht, hier weitere Worte zu finden…

Der Campingplatz in Krakau war wegen der guten Lage zum Zentrum schon ausgesucht. Neben der Rezeption in dem kleinen Supermarkt wartete der Höhepunkt des bisherigen Tages. Für 4 Zloty gönnte ich mir selbigen bei nunmehr 36Grad im Schatten:

P1000546 Ahhh:-)

Nun schnell das Zelt aufbauen, Duschen und ab zur Stadtbesichtigung. Für 5 Zloty bringen mich Bus und Straßenbahn in ca. 20 Minuten in die Altstadt.

Eine kurze Anekdote am Rande: Auf der Suche nach den Toiletten/Waschräumen war meine Nase schneller als die Augen. Dieser aus Prä-WC-Zeiten bekannte stechende Geruch! Fast schon wollte ich meinen kleinen inneren Fiesling ein paar Vorurteile aufsagen lassen bezüglich der Relation von Himmelsrichtung und Hygienestandards, da nahm ich die Ursache war: Neben der ansonsten tadellosen Toilette entsorgte ein Caravan- oder Wohnwagen-Nutzer seine chemische Toilette. Mein kleiner Fiesling mit den Vorurteilen hat ein neues Feindbild!

Nun aber schnell ein paar Eindrücke aus Krakau.

P1000551 Die Tuchhallen teilen den Hauptmarkt in 2 Hälften – und sind schön anzuschauen…

P1000555 Rechts die Marienkirche. Vom linken (höheren) Kirchturm wird stündlich das sogenannte Hainal geblasen. Mitten im Spiel hört der Trompeter auf, als Erinnerung an den Wächter, der 1241 vor den Mongolen warnen wollte, durch einen Pfeil den Tod fand und seinerzeit ebenso abrupt mit dem Spiel aufhörte. So die Legende. Immerhin gönnt sich die Stadt Krakau 7 Lebenszeitbeamte als Trompeter, die nichts weiter zu tun haben, als 24 Stunden am Tag stündlich das Hainal zu blasen. Sachen gibts…

P1000565 Wenn man genau hinschaut, erkennt man dieTrompete

P1000567 Abendessen mit Blick auf den Markt, direkt unter dem Trompter

P1000573 Nochmal die Tuchhallen mit Marienkirche am Abend

P1000575 Und zum Abschluß noch ein Blick auf den Schloßberg (Wawel). Hier liegt u.a. August der Starke begraben, allerdings nur die Gebeine, sein Herz dürfen die Dresdner aufbewahren – Danke Rainer für die Geschichtsstunde:-)

Fazit: Krakau ist wunderschön und definitiv eine (längere) Reise wert.

Nun geh ich mich Duschen, baue das Zelt ab, frühstücke pünktlich um 8 (da macht der Supermarkt auf) – dann geht’s los über die Hohe Tatra nach Ungarn. Das Grinsen werd ich wohl so schnell nicht los…:-)

 

Löbau Krakau

Bildergallerie:

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  • Aufgenommen: 30 August, 2015
  • Position: 17056881° 51′ 12.15″ N 17056881° 51′ 12.15″ E

6 thoughts on “Balkantour 2015 – Tag 1 und 2 – Löbau Krakau – 29. und 30.8.

  1. Axel Löffler

    Hallo Frank, respekt das du diese Tour alleine stemmen willst, deine ersten Berichte und Bilder klinken spannend, paß auf dich auf, lieben Gruß Axel

  2. Frank

    Moin, Moin und viel Spass beim grinsen. Du mußt aber aufpassen, kann in diese Ländern falsch verstanden werden.

  3. Thomas Richter

    Hallo Franki !

  4. Jens

    Lieber Sanno,
    danke für die Bilder und Infos, Du sollst auf diesem Wege erfahren, dass alles gut angekommen ist und wir die Tour sehr interessiert begleiten, eigentlich ständig das Grinsen in Deinem Gesicht sehen… ;-))
    Herzliche Grüße aus der heute fast 33°C heißen Heimat!
    Weiter gute Fahrt!
    Jens und Silke

    • franksanno

      Lieben Dank Euch Beiden 🙂

  5. Stephan

    der Deutschlandaufkleber

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