Wieder zu Hause angekommen hatte ich erst mal Lust auf andere Dinge. Nun nach einiger Zeit der Akklimatisierung – es ist Januar 2016 – will ich die versprochenen Fotos der Rückreise nachreichen. Ist zwar nicht mehr so spannend, aber der Vollständigkeit und des Anstands halber… versprochen ist versprochen ![]()
Teil 1 – Im Oktober 2015 fertiggestellt
Ein paar Superlative hielten die letzten 3 Tage der Heimreise doch noch für mich parat:
- der mit Abstand teuerste Campingplatz aller bisherigen Touren: in Starigrad (Kroatien) 22 € für Frank mit Zelt!, das Frühstück hätte 10 € gekostet
- 720 km an einem Tag (ich berichtete) von Starigrad nach Passau
Richtig: für das 10-Euro-Frühstück war ich in Anbetracht der unangemessenen Übernachtungskosten zu geizig. Ich hatte noch ein Brötchen und Käse aus Montenegro im Gepäck (jaja, weiß ich selbst, in Montenegro war ich vor 3 Tagen). Den Kaffee dazu gab es gleich am Ortausgang von Starigrad an der Jadranska.
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Brötchen und Käse waren nicht mehr so fotogen…
…haben (mir) aber dennoch geschmeckt ![]()
Auf die folgenden 30 Kilometer bis Karlobag habe ich mich gefreut, sind es doch die landschaftlich schönsten und fahrerisch anspruchsvollsten der gesamten Adriaküste. Leider machte mir die Bora einen Strich durch die Rechnung (Bora oder Bura kommt von Boreas, griechischer Gott der Nordwinde). Die für diese Region jahreszeittypischen Fallwinde machen Schräglagenfahrten zu einer riskanten Angelegenheit. Einmal war der Windstoß so stark, dass das Motorrad mit mir angehoben und in der Luft über die andere Straßenseite in Richtung Adria geschoben wurde. Glücklicherweise gab es um diese frühe Zeit noch keinen Gegenverkehr! Nur durch die mir eigene herausragende Reaktionsfähigkeit konnte ich Kati und mich noch im Fluge mittels eines sehr speziellen Manövers wieder auf unsere Straßenseite zurückbefördern.
Wie sagt mein Freund Stephan: “Übertreibung verdeutlicht”
Da – wie schon gesagt – während der letzten 3 Tage wirklich nicht viel passiert ist, muss ich mir halt auch mal was ausdenken dürfen. So! ![]()
Abschiedsfotos von der Adria:
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Ganz schön stark der Wind – die Mondinsel Pag wieder mal im Hintergrund
Das Hinterland bei Karlobag überrascht ein paar Kilometer Luftlinie von der Küste entfernt mit Mittelgebirgsvegetation:![]()
Trotz der enttäuschend hohen Preise insbesondere in der Küstenregion bleibt Kroatien vor allem wegen seiner natürlichen Schönheit in meinen Augen immer noch ein empfehlenswertes Reiseland
Zwischen Karlobag und der Autobahnanschlussstelle bei Gospic zog dieses Hinweisschild meine Aufmerksamkeit auf sich
Ein Nikola-Tesla-Museum hier? Von dem hatte ich doch mal “zu DDR-Zeiten” ein Tonbandgerät. Aber das war doch aus der CSSR? Spaß beiseite… Die Neugier war jedenfalls geweckt. Nur so nebenbei: TESLA war in der ehemaligen CSSR natürlich ein großes Elektronikunternehmen. Und außer dem besagten Tonbandgerät kam auch mein erster Walkman von TESLA, irgendwann in den 80ern in Prag gekauft.
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So sah das Teil aus. Highlight des Geräts waren neben der unglaublichen Tatsache seiner Verfügbarkeit die beiden Kopfhöreranschlüsse. So hab ich mit Susi unterwegs gemeinsam Musik hören können. Aber das nur nebenbei ![]()
Ein paar Kilometer abseits der Hauptstraße in der Nähe der Stadt Gospic ist Nikola Tesla – Erfinder u.a. des Wechselstrommotors – am 10.7.1856 in Smiljan geboren. Und genau hier wurde um sein Geburtshaus herum eine Gedenkstätte errichtet und 2006 zu seinem 150. Geburtstag eröffnet.
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Für die Interessierten: in der Bildmitte Teslas Geburtshaus
Auch wenn mich diese aufwendig gestaltete Anlage so mitten im kroatischen Nirgendwo faszinierte, entschied ich mich zugunsten schnellen Vorankommens Richtung Heimat gegen einen längeren Aufenthalt mit Besichtigung.
Kurz hinter Gospic empfing mich die Autobahn und führte mich fast die gesamte Strecke von gut 650 km bis nach Passau. Vielleicht knapp 50-100 km Landstraße zweigte ich für den Besuch der Stadt Maribor im Osten Sloweniens ab.
Kurz vor Maribor ein kurzer Schreck…
…der sich glücklicherweise in ein Schmunzeln auflöste:
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zugegebener Maßen eine wirksame Geschwindigkeitsreduzierung ![]()
Für eine Besichtigung Maribors fehlte mir am Ende der Reise die Lust. Ich wollte nach Hause.
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Highlight in Maribor – 2 “Kugeln” Eis, 90% davon für den Magen, 10% für’s Gesicht
Teil 2 – im Januar 2016 abgeschlossen
Wegen der angesprochenen Vollständigkeit will ich noch schnell die letzten beiden Tage zusammenfassen – auch wenn sich die Lust dazu gut 4 Monate nach der Reise in Grenzen hält ![]()
Nach etwas über 700 km erreichte ich gegen Abend Passau. Die vorletzte Unterkunft der Reise wurde unterwegs etwa 3 Stunden zuvor per Internet gebucht. Das “Haus Panorama” ist top gelegen, zweckmäßig und preisgünstig. Der kurze abendliche Spaziergang durch die historische Altstadt fand seinen Höhepunkt beim Abendessen im Mc Donalds. Vor fast 2 Wochen begann die Reise kulinarisch bei Mc Donalds an der Autobahn in Polen. So schließt sich der Kreis…
Passau:
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rechts unten im Bild die Pension “Haus Panorama”, oben im Bild die an diesem Tag leider ausgebuchte Passauer Jugendherberge in der “Veste Oberhaus”
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Hier fließt der Inn von rechts in die Donau
Tag 12 und 13 ging es über Regensburg, Altdorf bei Nürnberg und Taucha bei Leipzig nach Hause. Schön, dass ich wie die erste auch die letzte Nacht bei Freunden verbringen konnte, diesmal bei Sylke und Andreas in Taucha. Wieder ein Kreisschluss ![]()
Tja, und dann war am nächsten Tag diese äußerst beeindruckende Reise nach 5754 km zu Ende.
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Es wird Herbst in Deutschland…
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Letzte Kaffeepause bei Kremmen, gut 100 km vor Neubrandenburg
Zu Hause:
Hallo Sanno,
schön, dass wir uns nachher in der Loge sehen und dann noch ein paar Vertiefungen vornehmen können…
Bei Whisky sind die Flugphasen wohl harmloser? ;-))
Liebe Grüße!
Jens
In Wahrheit ist’s aber „erst“ 0.33 Uhr!
ich hoffe du hast nicht noch mehr Lebensmittel (Brötchen) verwahrt, denn wenn man Dich (Euch) besucht und was zu essen bekommt………:-)
Jetzt kann er auch noch fliegen…
Das ist dann halt eine kombinierte Flugreise! Im nächsten Sommer versuchst du deinem Motorrad, sprich Kati, das Schwimmen beizubringen. Dann hast du noch mehr Kombinationen zum Angeben…
Ihr seid doch nur neidisch! Bloß Jens versteht mich 😉 und @Bernd: wer sagt denn, dass Kati nicht schon längst schwimmen kann?