War das geil!
Bei bestem Wetter ein Tag der Superlative:
– Norwegens höchstgelegener per Straße erreichbarer Aussichtspunkt auf einen Fjord
– Norwegens höchste Passstraße
– Europas größter Festlandgletscher
– die tiefste gemessene Temperatur während der Tour
Ich habe während ruhiger Minuten oft überlegt, wie ich die faszinierende Natur (West-)Norwegens einigermaßen beschreiben kann. Es gelingt mir nicht. Ich habe so viel abwechslungsreiche Naturschönheit pro Zeiteinheit
noch nicht gesehen. Das ein oder andere Foto geben einen Eindruck.
Definitiv haben die Planetenbauer bei Norwegen ganze Arbeit geleistet. Nicht umsonst hat Planetenbaumeister Slartibartfast einen Designpreis für die Gestaltung der Fjorde erhalten (Quelle: “Per Anhalter durch die Galaxis”). Das nur so nebenbei fürs Allgemeinwissen ![]()
Was heute so passierte:
Die Nacht war a….kalt. Knapp über 5 Grad forderten außergewöhnliche Maßnahmen. Die Jeans und ein T-Shirt ergänzten meine Nachtwäsche und entfalteten die volle Wirkung. Ich schlief wie ein Baby.
Der Regen in der Nacht störte wenig, begann der Tag doch mit strahlendem Sonnenschein.
Ein Tipp vom Biker aus dem Nachbarzelt bescherte mir einen besonderen Blick auf den Geirangerfjord.
Nur ein paar Meter neben einer Touristenaussichtsplattform erreicht man per Trampelpfad diesen Stuhl. Er wurde zu Ehren von Königin Sonja erbaut, als Dank dafür, dass es ihr hier so gut gefiel…
Das ließ ich mir nicht nehmen:
Noch ein Abschiedsfoto vom Touristenfjord:
Nächstes Ziel ist der Dalsnibba, ein knapp 1500 m hoher befahrbarer Berg, besagter Ausblick auf den Geirangerfjord
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ein paar Kilometer weiter plötzlich das: diese Anzeige des Bordcomputers kannte ich bislang nicht
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die Temperatur in Zahlen (da ist ein Minus davor!)
Gefroren hab ich nicht. Griffheizung, gute Klamotten und eine reichliche Portion Härte ließen mich diese Herausforderung meistern.
Nun aber endlich der Ausblick. Halt! Zuvor mussten noch 120 Kronen für die Maut locker gemacht werden. Na das muss sich ja lohnen! Oder?
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Links neben der Hinweistafel ist der Fjord – allerdings gerade schlecht zu sehen ![]()
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Dafür wieder jede Menge glücksbringender Trolle
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Für mich gab’s als Entschädigung einen Regenbogenheiligenschein (in der Mitte mein Schatten). Immerhin… ![]()
Das Hauptziel des Tages und definitiv einer der Höhepunkte der Reise erwartet meinen Besuch: die Sognefjellsveigen (Passstraße durch das Sognefjell). Fjell heißt auf Norwegisch Gebirge, bezeichnet aber insbesondere die für Norwegen typischen Hochebenen. Und die Straße, die durch das Sognefjell führt ist die höchste Passstraße Norwegens (sh. oben). Klar, dass die ins Programm musste.
Auf dem Weg dahin ging es durchs Ottadal:
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Überraschung, es geht also doch…
Immer wieder faszinierend, wie sich innerhalb kürzester Zeit Landschaft und Vegetation ändern.
In Lom beginnt die Passstraße. Ebenfalls auf Empfehlung des Bikers vom Campingplatz gönnte ich mir beim hiesigen Bäcker ein leckeres Gebäck mit ner Tasse Kaffee. Dieser Bäcker ist wohl der Einzige weit und breit. Hat er gesagt…
Das mal nur so am Rande, damit ich’s mir für’s nächste Mal merken kann.
Nun endlich die Straße:
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Mist, gesperrt! Die stehende, von mir gerade überholte Fahrzeugschlange war gut 500m lang. Ich ahnte nichts Gutes. Aber in ca. 15 Minuten wurde die Sperrung wieder aufgehoben – die Straßenarbeiten waren beendet.
Schön war natürlich, dass lange Zeit vor mir keine Autos im Weg waren ![]()
Eindrücke vom Fjell:
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Das Sognefjell liegt übrigens im Jotunheimen-Gebirge (Heimat der Riesen). Der Sage nach waren/sind dort die alten Götter zu Hause. So nah war ich Thor noch nie seit “The Avengers”.
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Schlecht zu lesen: die mit 1434m höchste Stelle des Passes
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Die Abfahrt endet im malerischen Lustrafjorden, in dessen namensgebenden Örtchen ich heute mein Zelt aufgeschlagen habe.
Aber nun noch schnell zum mit über 400 qkm größten Festlandgletscher Europas:
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Der Jostedalsbreen (Breen heißt Gletscher, nur so am Rande…)
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Beeindruckend, die Größe in Relation zu den Leuten
Ich hatte jedoch keine Lust, dorthin zu wandern. Vielleicht ein anderes Mal ![]()
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Den Campingplatz in Luster hatte ich unterwegs ausgesucht, wieder mal in toller Lage
So, geschafft, das war ein ganz schöner Ritt, sowohl die Tagesetappe als auch der Bericht.
Aber eins muss noch sein. Das entbehrungsreiche Erklimmen der Trollstigen am gestrigen Tag krönte ich mit einer Trophäe:
Das war’s jetzt aber ![]()
Nachsatz: ich hab grade mal die Kommentare überflogen. Wir quatschen dann zu Hause. Jedenfalls freue ich mich wie immer, wenn Euch meine Abenteuer nicht kalt lassen
Apropos kalt: ich geh jetzt Schlafen…
Geile, nee – obergeile Tour !!! Hol dir doch gegen die nächtliche Kälte eine Trollin ins Zelt oder besser noch in den Schlafsack… Susi hat bestimmt nichts dagegen
Hallo Frank,
wirklich atemberaubend!
Kriege bloß Carla nicht dazu, Wanderschuhe anzuziehen… 🙁
Dir aber weiter gute Fahrt und viel Spaß!
Holger
Immer wieder geil Dir zu folgen. Du solltest Dir die WErbung für Norwegen bezahlen lassen! Aber wie ich Dich kenne, hast Du das gewiss auch schon gemacht:-)
…. kalt lassen …
Frankieeh, wie könnten solch eloquente Zeilen mit Bildern à la Feininger den in der Provinz zurückgelassenen Leser und Betrachter kalt lassen ??! Berichte und Augenzeugenberichte, die unter JEDE Haut ( auch Gänsehaut bis Ganterpelle ) gehen ??? Chéri, Du maschst süschtig !
Schöne Bilder, gute Beschreibung – und heiß wird’s von ganz alleine. Weiterhin schrottfreien Flug !
Karlchen