Gleich vorweg: wie nicht anders zu erwarten boten mir die Straßen im Fjordnorwegen reichlich Kurven und also ausreichend Fahrspaß. Ich hatte mich bis gestern gewundert, warum ich unterwegs so wenig Bikern begegnete. Die waren halt alle in den Fjordgebieten. So jedenfalls meine (subjektive) Erkenntnis.
Da heute ein paar mehr Fotos zusammengekommen sind und mir kalt ist (um 21 Uhr sind es 13 Grad), leg ich gleich los. Apropos: die Temperaturen bewegen sich täglich so zwischen 10 und 20 Grad, in der Spitze gestern 25 Grad auf dem Peer-Gynt-Weg. Die 10 Grad gibt es natürlich nachts. Neben dem Schlafsack ziehe ich noch 2 paar (lange) Funktionsunterwäsche, eine Softshelljacke und ein zweites Paar Strümpfe an. Es geht gerade so… Wenn ich das nächste Mal mit dem Motorrad in den Norden fahre, muss ein dickerer Schlafsack mit. Aber das nur nebenbei… ![]()
Da ich gestern ein paar Kilometer gut gemacht habe, entschied ich mich heute während des Frühstücks für einen “kleinen” Umweg. Eigentlich habe ich die Atlantikstraße während der Planung zu Hause wegen der Entfernung gestrichen, mir aber wegen der gewonnen Zeit dieses Highlight doch gegönnt. Zudem war ich nun sogar an der norwegischen Atlantikküste.
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ein paar Kilometer weiter ist es nicht weniger geil
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Ohne Fähre geht in den Fjorden nichts (vorn links meine Kati)
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Ein erster Vorgeschmack auf die Atlantikstraße: die Brücke im Hintergrund. Die norwegische Atlantikstraße (Atlanterhavsvegen auf norwegisch) ist ein ca. 8 km langer Straßenabschnitt südlich von Kristiansund. Das Besondere ist deren Verlauf mit 8 Brücken über mehrere kleine Inseln.
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Hier etwa beginnt der eigentliche Abschnitt. Im Hintergrund die Storseisund-Brücke, erste und größte im Bunde
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und hier von der anderen Seite
Hat schon was! Beim Überfahren kommt ein wenig Achterbahnfeeling auf ![]()
Die übrigen Brücken fand ich nicht so toll und deshalb auch keine von ihnen den Weg in meine Kamera.
Mein Resümee: ich freue mich, dass ich den “kleinen Umweg” gefahren bin. Aber die leider langweiligen mehr als 200 km hin und zurück waren ein kleines Haar in der Suppe. Wenn man also in der Nähe ist: unbedingt angucken!
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Mal was ganz Anderes: unangeschlossene! Fahrräder neben der Bushaltestelle habe ich des Öfteren gesehen – Norwegen gilt ja als eines der sichersten Länder Europas, das Bild ist aber für deutsche Verhältnisse dennoch ungewohnt.
Nun aber endlich, nach gut 250 gefahrenen Kilometern, die eigentlich nur gut 20 Kilometer vom Start- Zeltplatz entfernte Sensation des heutigen Tages. Übernachtet an der Trollwand (Name des Campingplatzes) wollte ich jetzt die Trollleiter erklimmen (Trollstigen). Der Trollstigen gilt mit seinen 11 Serpentinen und einer Steigung von 9% als die dramatischste Passstraße Norwegens. Deshalb stand sie auch als nördlichstes Highlight der Tour auf dem Programm. Kurze Zusammenfassung vorab: Hammer ![]()
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Trollstigen von unten…
Die erst neu gebaute Aussichtsplattform hat was:
Und Trolle gibt es hier oben auch:![]()
Es soll Glück bringen, wenn man aus herumliegenden Steinen kleine Trolle baut…
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…für meinen hab ich eine extra schöne Lage ausgesucht
Toi, toi, toi!
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mit dem Wohnmobil möchte ich auf dieser Strecke nicht unterwegs sein
Den berühmten Geirangerfjord (alle großen Kreuzfahrschiffe wollen ihn sehen) würde ich noch erreichen, also auf geht’s:
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Gleiche Höhe über NN wie der Peer-Gynt-Weg (also ca. 1000 m), nur etwas nördlicher…
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Ein paar Kilometer weiter: Mein Rastplatz für das verspätete Mittagessen. Die Erdbeeren als Nachtisch gab es für sensationelle 10 Kronen (1 Euro) beim Supermarkt Rema 1000 im Angebot, das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Ich hab die auch schon für 10 € gesehen, glaub ich ![]()
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Ziel meiner Tagesetappe: der Geirangerfjord – Blick Richtung Geiranger![]()
und nochmal in die andere Richtung, jeweils aufgenommen von der Adlerstraße oberhalb von Geiranger – die Straße war auch nochmal ein fahrerischer Hochgenuss am Tagesende
Nun aber ab in mein kaltes Zelt. Gut,dass ich mir meinen Schierker Feuerstein gut einteile ![]()
Ich heul gleich
Hallo Frankie
Wie immer sind deine Berichte absolute Spitze
Auswertung beim Mittagessen
Dir noch viel Spaß und toi, toi, toi
LG Thomas
Schön, schöner – Schnee halt. Wunderbar, weil trocken. –
Wie oft bist Du den hübschen Pass hoch und runter ; einmal, zweimal, dreimal …
Bring auch noch ein wenig Schnee mit, ganz unverfroren
Karlchen
Hallo Frank,
Sogar ich schreibe Dir mal einen Kommentar zu Deinen tollen und unterhaltsamen Berichten, diesmal aus meiner gefühlten zweiten Heimat. Warum bist Du kein Reiseschriftsteller geworden?
Leider fehlen mir ein wenig die Fangfotos! Sorry, für mich ist eine Fahrt nach Norwegen ohne Angel und Boot wie ein Mineralwassertasting bei Mario.
Ich hoffe Du verstehst meinen dezenten Humor!
Weiterhin viel Spaß und ich freue mich auf spannende Berichte bei dem einen oder anderen Glass Whisky.
LG
Andy