Norwegen 2016–Tag 8–alles anders–11.6.

Bevor es losgeht ein kleiner Hinweis: zum Tag 6 hatte ich den Newsletter nicht versendet (vergessen). Der Bericht ist aber online. Danke Thommy für die Info. Der Einfachheit halber hier der direkte Link

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Heute gab’s mal richtig was auf meine Mütze/Helm, sowohl im übertragenen als auch unmittelbarem Sinn. So viele gewollte und ungewollte Planänderungen an einem Tag hatte ich während einer Tour noch nie, oder ich hab’s vergessen…
Als ich vorhin meiner Susi am Telefon den aufregenden Tag schilderte, hatte ich das Gefühl, dass sie meine Erlebnisse nicht so dramatisch fand, wie ich das aufgrund meiner Erzählung erwartet hatte. Im Übrigen ging es mir beim Erzählen ebenso. Zwinkerndes Smiley Ich will mich auf das Nötigste beschränken.

Eigentlich war die Tagesplanung überschaubar: Lysefjord mit der Fähre durchqueren, dabei den Preikestonen angucken und dann eine Unterkunft ansteuern.

Zunächst stellte sich laut Auskunft der Campingplatzrezeptionistin heraus, dass die erste reguläre Fähre erst 14 Uhr ablegt. Der Fährhafen ist ca. ne halbe Stunde vom Campingplatz entfernt. Also was mit dem Vormittag anfangen? Die Frage stellte sich noch anders, als mir beim Studium des Fahrplans auffiel, dass die Fähre am Samstag gar nicht verkehrte! Ich wollte das gar nicht wahrhaben, war doch alles so gut vorausgeplant. Ich hatte sogar den Fahrplan als PDF mit dabei. Über meine Gefühle mir gegenüber in diesem Moment möchte ich jetzt nicht sprechen Trauriges Smiley Aber ich verzettle mich. … Jedenfalls gibt es noch eine Touristenfähre, die um 15 Uhr (auch Samstags) startet, aber anstatt 160 immerhin 450 Kronen für den Ticketpreis aufruft. Also ließ ich den Plan der Fährfahrt fallen und verschob ihn auf meinen nächsten Besuch in Norwegen Zwinkerndes Smiley

Ich merke schon, wenn ich so weiter mache und alle Details des Tages auch nur kurz anreißen möchte, sitze ich morgen noch am Netbook und erreiche dennoch ungünstigsten falls und sogar wahrscheinlich– wie bei Susi – nicht die von mir erhoffte Bewunderung des Lesers.

Also beschränke ich mich auf das Nötigste, aber jetzt wirklich!

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Hier war die Welt noch in Ordnung: Wäschetrocknen nach dem Abwasch bei strahlendem Sonnenschein

Weil nun (zunächst) feststand, dass die Fährfahrt nicht stattfinden wird, hatte ich die Idee, auf der dem Preikestolen gegenüberliegenden Fjordseite ein Sträßchen entlang zu fahren, von welchem aus man eventuell einen Blick erhaschen konnte. Ca. 10 Kilometer weiter wartete  dann das Ende des offiziellen Sträßchen mit dem witzigen aber ernüchternden Hinweisschild:

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Die Fahrt hierher hat sich nicht nur des Schildes wegen gelohnt. Bis auf ein paar Schafe gab es noch schöne Landschaft und einen beeindruckenden Straßenverlauf zu bewundern, nur den Preikestolen leider nicht. Seht selbst:

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****Foto von “kein Preikestolen”*****

Mittlerweile ist der Entschluss gereift, nun doch die 450 Kronen für die Touristenfähre zu investieren “Wenn ich schon mal da bin.” lautet mein Argument. Also Stadtbesichtigung Stavanger!

Stavanger hab ich mir dann kurz angeschaut. Schöne Innenstadt… Vielleicht ein anderes Mal. Heute war mir nicht nach Stadtbesichtigung. Fotos hab ich, aber erstens keine dollen und zweitens, na ja… Ich plappre schon wieder zu viel. Weiter geht’s…

Nach der Stadtbesichtigung ging es dann zur Fähre:

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Mittlerweile fing es ordentlich zu regnen an – musste es ja endlich auch mal nach diesen tollen Tagen. Also fiel die Fährfahrt nun doch ins Wasser, nach diesem ganzen Hin und Her ein herber Schlag Trauriges Smiley Plan B trat in Kraft. Ich wollte nördlich des von Hubert empfohlenen Setesdal übernachten (Tal, das so heißt – mittlerweile hat wohl jeder mitbekommen, dass die Norweger ihr Tal lieber mit D schreiben), um von dort aus morgen nach Kristiansand zur Fähre zu fahren.

Auf dem Weg dahin sah ich linkerhand ein Hinweisschild Richtung Lysebotn. Das ist der Ort, an welchem die Fähre anlanden sollte. Die von Jens beschriebenen Serpentinen vom Fjord die Berge hinauf waren so verlockend und die Sonne wieder am Arbeiten, dass ich mich kurzerhand entschied, noch schnell den Abstecher von jeweils 30 km hin und zurück zu wagen. Dann sollte ich eben erst gegen 19.30 Uhr auf dem Campingplatz ankommen.

Der Weg dahin – Danke, Danke, Danke, lieber Jens- ist fahrtechnisch eine Sensation. Tatsächlich – meiner Meinung nach –die anspruchsvollste und spaßbringendste Strecke der Reise. Es ging übrigens nochmal bis fast 1000 m hinauf. Hier nur ein paar kleine Impressionen:

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Dann kam Lysebotn…

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… und pünktlich 17.30 Uhr die Fähre, mit welcher ich hätte fahren wollen…

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Die meiste Zeit wird sie wohl im Regen gefahren sein!

Der Rückweg wäre nochmal eine Freude gewesen, wenn da nicht die Tankanzeige verdächtig zu blinken begonnen hätte und noch ein Regengebiet auf mich wartete. Mittlerweile gut in der Übung hatte ich wieder rechtzeitig die Regenklamotten übergezogen, bevor der Guss kam. Fotos werden in solchen von unvorstellbarem Stress geprägten Momenten natürlich nicht geschossen Zwinkerndes Smiley 

Aber alles ist  gut gegangen. Kati ist vollgetankt, ich habe mir eine Hütte genommen (die Klamotten sollen trocknen – und ich hab’s mir verdient)…

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…und die Sonne lacht mir verschmitzt ins Gesicht, als wäre nichts gewesen. War denn was? Zwinkerndes Smiley

Dass ich noch mit einer falschen Fähre fahren wollte, erst auf der Fähre den Fehler bemerkte, die Fähre noch rechtzeitige vor der Abfahrt wieder verlassen konnte und zu guter Letzt sogar den Ticketpreis wieder erstattet bekam, erwähne ich hier nur am Rande. Und das war noch nicht alles, was anders kam als geplant. Zwinkerndes Smiley

Im Übrigen hat die Hütte eine Heizung, und ich gebe zu, dass ich nach dieser Woche diesen Hauch von Luxus gerade genieße.

One thought on “Norwegen 2016–Tag 8–alles anders–11.6.

  1. Karlchen

    Jaahhh, eine spirituelle Reise ins Innere. Und aktuell. Mit nicht Aufgeräumten wird abgerechnet. Unerledigtes erledigt. Die Fähre … Das ruft die Erinnerung wach an Korsika, Mobby Line, Fähre, ADAC und ACDC ( oder so )
    Aber diesmal : was für eine Aussicht …
    Haste oben auf dem Lysebotn die Steinmännchen gegrüßt ?
    Sehr rekordverdächtige , gut erzählte Geschichte mit superschönen Photos.
    … Junge, komm heil wieder … ( frei nach F. Quinn – auch einem Nordlicht )
    L. G. , Karlchen

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